Love Food- Hate Waste.

lebensmittelverschwendung

Die Fakten des Problems.

  • 842 Millionen Menschen leiden täglich an Hunger. Das ist jeder 8. Mensch.
  • Rund 57 000 Menschen sterben täglich an Hunger. Das sind 2375 Menschen in einer Stunde.
  • Von den 4 Milliarden Tonnen Lebensmitteln, die pro Tag weltweit produziert werden, werden über 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verschwendet.
  • 40% dieser Lebensmittelverluste sind völlig genießbar.
  • Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg.
  • Zwei Drittel der gesamten Lebensmittelverschwendung könnte durch Engagement von Lebensmittelbetrieben und Privatpersonen eingespart werden.

Aber bevor Du aufhörst zu lesen, weil Du es nicht mehr ertragen kannst, unter die Nase gerieben zu bekommen, wie egoistisch Dein Lebensstil und wie schrecklich unsere Welt ist, eine kleine Anekdote aus meinem Leben.

Ich war einkaufen. Ich habe Fertig-Schupfnudeln und ein Glas Apfelbrei gekauft, nur um anschließend festzustellen, dass sich noch ein Glas Apfelbrei hinter einem der Jogurtbecher verbirgt. Allerdings halb verschimmelt. Als ich den Mülleimer öffne, um ihn wegzuschmeißen, überkommt sie mich wieder – diese grüne Sühne. Ich verspüre einen Stich als ich all unsere weggeschmissenen Lebensmittel im Mülleimer betrachte. Ich rede mir ein, dass ich mich wieder mehr um einen nachhaltigen Lebensstil bemühen werde, sobald meine kognitiven Ressourcen nicht mehr von Klausuren, Bachelorarbeit, Bewerbungen-Schreiben, Beziehungstamtam und so allerlei anderen Dingen besetzt sind. Doch ich will ehrlich zu mir sein: Meine kognitiven Ressourcen sind immer von augenscheinlich wichtigeren Dingen besetzt. Deshalb sage ich mir und Euch, die ihr Euch vielleicht in einer ähnlichen Lebenslage befindet: Wir sind jung, wir sind unabhängig, wir reflektieren, was um uns herum geschieht! Also, lasst uns – anstatt nur zu davon zu reden, welche Werte wir haben – sie auch in die Tat umsetzen.

Die Lösung des Problems.


Klar, so etwas passiert nicht von einem Tag auf den anderen. Aber das Thema Lebensmittelverschwendung ist eines, was sich mit wenig Aufwand (ganz ohne kognitive Ressourcen wollen wir schließlich auch nicht in der Klausur sitzen) im Alltag integrieren lässt.

Ein paar Regeln und Tipps, die Dir dabei helfen sollen:

Vorratsplanung: Planvoll statt für die Tonne!
Bereits beim Einkauf entscheiden wir über unsere Lebensmittelabfälle. Wir kaufen mehr als wir eigentlich benötigen oder wir hetzen nach der Uni vor Ladenschluss in den Supermarkt, ohne wirklich zu wissen was wir brauchen.

  • Verschaffe Dir regelmäßig einen Überblick über Deine Vorräte.
  • Schreibe Dir Einkaufszettel und notiere Dir, was in Deinen Vorräten fehlt.

Geplant einkaufen
Qualität vor Quantität: Wenn Du keine großen Mengen brauchst, greife zu kleinen Mengen, trotz verlockender „Zwei zum Preis von Einem“ – Angebote.
Ohne Druck: Besonders, wenn wir im Stress sind Sonderangebote verlockend. Nimm Dir Zeit für das Vergleichen von Preisen, Bedarf und Zustand der Waren.

Aufbewahrung
In der Küche werfen wir am meisten weg. Zum Teil, weil wir nicht wissen wie wir unsere Lebensmittel richtig lagern sollen, oder weil wir die Einkäufe vergessen und sie schlecht werden.

  • Stelle alte Lebensmittel immer nach hinten und neue nach vorne. So behälst Du den Überblick!

Milchprodukte (mittleres Kühlschranksfach)

  • Verbrauche geöffneten Jogurt und Quark möglichst schnell, da diese Bakterien anziehen. Fülle geöffnete Konserven sofort in dichte Behälter.
  • Verpacke jeden Käse separat in Butterbrotpapier oder Alufolie. Indem Du kleine Löcher reinpiekst, kann der Käse atmen und „schwitzt“ nicht.

Getreideprodukte

  • Sie sind besonders anfällig für Vorratsschädlinge. Fülle sie deshalb in dichte Behälter und kontrolliere Deinen Vorratsschrank regelmäßig nach Essensresten, Krümeln und Staub.


Fleisch und Wurst (unterstes Kühlschrankfach)

  • Auf einem Teller mit Frischhaltefolie abgedeckt bleibt Fleisch am längsten frisch.
  • Geflügel besonders schnell aufbrauchen!

Obst

  • Faustregel: Heimisches mag es kühl, Exotisches warm!
  • Alle Obstsorten getrennt voneinander aufbewahren, da viele Obstsorten (Äpfel, Pflaumen, Aprikosen) dafür sorgen, dass anderes Obst und Gemüse im Umkreis schneller verdirbt.
  • Einmachen/ trocknen/ entsaften, falls Du doch zu viel gekauft hast. So wird Obst bis zu mehreren Monaten haltbar.

Gemüse

  • Alle Gemüsesorten getrennt voneinander lagern, da auch manche Gemüsesorten (vor allem Tomaten) Reifegas absondern.
  • Einmachen/ Einfrieren: So wird Gemüse bis zu mehreren Monaten haltbar. Bohnen, Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen und Spinat vor dem Einfrieren blanchieren.


Resteesser

Werde kreativ und koche mit Resten, anstatt sie wegzuwerfen!

Nudelwasser

  • Anstatt das Nudelwasser in den Abfluss zu schütten, kannst du daraus Saucen und Pestos kochen. Das Nudelwasser enthält durch die Pasta Stärke, was beispielsweise deine Tomatensauce viel sämiger macht.
  • Du kannst damit Deine Blumen gießen. Deine Pflanzen werden sich über die im Wasser enthaltenen Mineralien freuen.
  • Indem Du einfach den Stöpsel benutzt, kannst du das Wasser als Spülmittelersatz benutzen. Durch die im Wasser enthaltene Stärke, hat es dieselbe Wirkung wie ein Spülmittel.

Rezeptsuche: Gezielte Rezeptideen mit Resten, die Du zu Hause hast

  • Auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft kannst Du in eine Suchmaschine die Reste eingeben, die Du gerade zu Hause hast und erhältst leckere Rezeptvorschläge.

Aus alt mach neu!
Brot

  • Da die Luft im Kühlschrank sehr trocken ist, Brot lieber bei Zimmertemparatur lagern. So wird es nicht so schnell trocken.
  • Falls es schon trocken ist, kannst du es einfach dampfgaren. Dafür fülle etwas Wasser in einen Topf und lege das Brot auf einer Erhöhung (sodass es nicht im Wasser schwimmt) hinein. Nach ca. 5 Minuten herausholen und es ist wieder weich und frisch.

Käsescheiben

  • Käsescheiben immer luftdicht verpacken, sodass er nicht austrocknet.
  • Falls er schon trocken ist, einfach für eine Stunde in eine Schale mit Milch legen. Anschließend ist er wieder butterweich!

Kalte Pizza

  • Damit sie wieder schön knusprig wird, einfach in einer Pfanne aufwärmen und mit einem Alufolie-Rest abdecken. Der Käse zerläuft und die Pizza schmeckt wieder wie frisch aus dem Ofen.

Alte Chips

  • Da Chips, die nicht luftdicht verpackt sind, Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen, kann man sie einfach für ein paar Minuten in der Mikrowelle aufwärmen. So wird ihnen wieder die Feuchtigkeit entzogen und sie sind knusprig-frisch.

Zum Weiterlesen, sehen, denken, schmecken…

  • Dokumentation: Taste the Waste von Valentin Thurn
  • Interessante Fakten: Zu gut für die Tonne
  • Wenn Du mehr tun möchtest, als Deine eigene Lebensmittelverschwendung möglichst gering zu halten, melde Dich als Foodsaver an!
    foodsharing Dort werden überflüssige Lebensmittel von Supermärkten an Privatpersonen verschenkt. Es steht nicht in Konkurrenz zu Tafeln und anderen gemeinnützigen Organisationen. Im Gegenteil, sie kooperieren mit den Tafeln, um gemeinsam noch effektiver und ganzheitlicher Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten und sie den Menschen, die die Lebensmittel wertschätzen, zur Verfügung zu stellen. Tausende Foodsaver retten bereits regelmäßig bei Bioläden, Bäckereien, Getränkehändlern, Restaurants, Kantinen, Markständen, Händlern, Supermärkten und vielen anderen Betrieben. Insgesamt wurde so über eine Million Kilo Lebensmittel (bis Dezember 2014) vor der Vernichtung bewahrt.
  • Weil jedes Lebensmittel zählt.