500 Jahre shoppen

 

Die Fakten des Problems.

Tüten und Taschen sind praktische Hilfsmittel für den Alltag. Meistens werden Einkäufe darin transportiert. In vielen Kaufhäusern gehört das Verpacken der Ware in Tüten zur Routine der VerkäuferInnen und ist bereits zu einem Automatismus geworden. Es gibt zwei Arten von Tüte, die von Geschäften verwendet werden, um die Ware des Kunden einzupacken:

Plastiktüten

Pro Kopf werden in Deutschland jährlich 76 Plastiktüten verwendet. Deutschlandweit entsteht somit ein Plastiktütenverbrauch von 6,1 Milliarden Stück. Das macht eine Nutzung von 11.700 Tüten pro Minute. Jede braucht bis zu 500 Jahre, um auf einer Deponie zu verrotten. Immerhin wird in Deutschland fast der gesamte Plastikmüll recycelt oder verbrannt. Somit gelangt verhältnismäßig wenig Kunststoff in die Umwelt.

Papiertüten
Diese Tüte ist die umweltfreundlichere Tüte von beiden. Dennoch muss bedacht werden, dass für die Herstellung des Papiers Schwefelsäure und andere Chemikalien verwendet werden. Das Holz für die Papiergewinnung wächst langsam in tropischen Regenwäldern. Deutschland bezieht 40% des eigenen Papierbedarfs aus jenen Gebieten. Eine große Menge an Zellstoff bietet der Eukalyptus. Regenwälder werden abgeholzt, um den Eukalyptus anzupflanzen.

 

Die Lösung des Problems.

Selbstgemachte Jutebeutel!!!

Ich hab mich für Euch an die Nähmaschine gesetzt und habe einen ganz einfachen Jutebeutel genäht. Diese könnt Ihr nicht nur selbst für Eure zukünftigen Einkäufe verwenden, sondern sie eignen sich auch als ideales Geschenk. Ihr könnt die Beutel individuell gestalten und mit persönlichen Details verzieren. Zudem helft Ihr der Umwelt, indem Ihr auch Eure Freunde mit Jutebeuteln ausstattet, ohne lästige Aufklärungsgespräche über Umweltprobleme mit Ihnen führen zu müssen und als Besserwisser dazustehen.

Anleitung

Was brauchst Du? :

  • Reststoffe
  • Stoffschere
  • Lineal
  • Bleistift
  • Stecknadeln
  • Faden
  • Nähmaschine (Das Nähen per Hand funktioniert auch, dauert allerdings um einiges länger)

Kosten?: 0€
Dauer?: 1 h

Schritt 1:
jute1jute
Für das Nähen der Beutel ist es nicht nötig extra Stoffe zu kaufen. Für die Basis des Beutels eignen sich alte Vorhänge, Kissenbezüge, Bettwäsche – alle Stoffe die etwas stabiler sind. Mit Stoffen von alten T-Shirts, Jeans und Hosen lassen sich Henkel und Verzierungen gestallten. Also such Dir einen hübschen Stoff aus!

jute2
Schritt 2:
Du benötigst für die Basis des Beutels 2 gleichgroße Quadrate. Ich habe die Maße 40cm x 40cm gewählt. Du kannst die Größe Deines Beutels individuell bestimmen, achte nur darauf, dass du ca. 2cm Nahtzugabe berücksichtigst.

 

Schritt 3: jute3jute4
Auch die Länge und Breite der Henkel kann nach persönlichem Gefallen gestaltet werden. Ich habe für die 2 Henkel die Maße 10cm x 65cm gewählt.

 

 


Schritt 4: jute5
Bevor es mit dem Nähen losgeht ist es wichtig, dass Du die Ränder umknickst, sodass die Ränder bei häufigem Gebrauch nicht ausfransen. Ich hatte das Glück, dass mein ausgewählter Stoff schon an zwei Seiten einen sauberen Bund hatte, deshalb musste ich nur jeweils zwei Seiten abstecken. Die Henkel werden jeweils einmal in der Mitte der langen Seite geknickt und auch mit Stecknadeln fixiert.
Achtung: Hast Du einen Stoff, der eine Vorder-und Rückseite hat, gehe sicher dass du den Stoff so knickst, sodass die Rückseite sichtbar ist (da der Henkel später noch umgedreht wird).

 

Schritt 5:
jute7 jute6 Nun kann das Nähen der abgesteckten Stoffe beginnen. Achtung bei den Henkeln: Nähe nur an der abgesteckten langen Seite und lasse jeweils die Enden offen!

 

 


jute8 jute9 Schritt 6:
Jetzt werden die Henkel umgedreht, sodass die Vorderseite sichtbar wird und die Naht verdeckt wird. Hast Du Probleme mit dem Umdrehen, nimm einen langen Gegenstand, beispielsweise einen Kochlöffel um Dir diesen Schritt zu erleichtern.

 

jute10jute11Schritt 7:
Damit die Henkel später leichter anzunähen sind, rate ich über diese kurz drüber zu bügeln. Somit ist es leichter die Enden umzuschlagen, diese mit Stecknadeln zu fixieren und anschließend umzunähen.

 

Schritt 8:
jute12 Zurück zum Beutel. Die beiden Quadrate werden nun aufeinandergelegt, sodass die Seiten, die bereits umgenäht wurden, außen sichtbar sind. Um beim Nähen ein Verrutschen zu vermeiden, werden die beiden Stoffe mit Stecknadeln fixiert. Achtung: Eine Seite offen lassen!

jute 13Schritt 9:
Jetzt müssen nur noch die Henkel an die Basis des Beutels angenäht werden. Hierbei ist es wieder hilfreich mit Stecknadeln zu arbeiten. Gehe sicher, dass beide Henkel an den jeweiligen Seiten gleiche Abstände haben.

 

 

 

Und fertig ist der Jutebeutel!!!

 

 

 

 

 

Zum Weiterlesen, sehen, denken, nähen…

    • Anneliese Bunk & Nadine Schubert: „Besser leben ohne Plastik“
    • Enorm: „Das neue Deutschland!“ Ausagbe 02 Mai/Juni 2016, S. 84
    • Blogs:


Funfact
: Wusstest Du, dass in Ruanda das Einführen von Plastiktüten verboten ist? Auch in Banglasch, Bhutan und San Francisco sind sie verboten.
Aber mit Deiner neuen Jute, kannst Du getrost in jedes beliebige Land reisen und musst Dir keine Gedanken über lästige Gepäckkontrollen machen, denn die kommen in Ruanda durchaus vor!

Weil jede Jute zählt.